Nach dem Roman von Wolf Haas, in einer Dramatisierung von Pia Hierzegger für das Schauspielhaus Graz.
Kaum zurück in seiner Heimatstadt Graz geschieht dem Ex-Polizisten Simon Brenner Ungemach. Als er nach einem Kopfschuss und mehrwöchigem Koma in der Sigmund-Freud-Nervenklinik erwacht, ist er felsenfest davon überzeugt, dass die Grazer Kripo ihn beseitigen wollte. Doch das glaubt ihm natürlich kein Mensch. Die Diagnose des behandelnden Psychiaters: Suizid wegen akuter Depression, ausgelöst durch die Rückkehr nach Puntigam, der Wiege seiner Kindheit. Als Rechtshänder soll er versucht haben, mit einem Schuss in die linke Schläfe seinem Leben ein Ende zu setzen. Brenner weiß, irgendetwas ist faul. Und – eine Erinnerung lässt ihn nicht los: Er glaubt, kurz vor dem schwarzen Loch den Kollegen Aschenbrenner mit einer Pistole gesehen zu haben. Am Faschingsdienstag stiehlt er sich unauffällig aus dem Krankenhaus, um Klarheit in diese undurchsichtige Geschichte zu bringen. Den Schlüssel zur Aufklärung seines eigenen Falls vermutet er in der unrühmlichen Vergangenheit als Polizeischüler. Zusammen mit seinen Ex-Kumpel hat er vor vielen Jahren einen kleinen Banküberfall auf die örtliche Sparkasse verübt, um das gelernte Wissen über Sicherheitssysteme anzuwenden. Mit von der Partie waren Köck, heute Hauswart im Arnold-Schwarzenegger-Stadion, Saarinen, der auf der Flucht tödlich verunglückte und eben dieser Aschenbrenner, unterdessen Kripochef von Graz. Bei seinen Nachforschungen trifft Brenner Zeugen, die leider schon tot sind, legt sich mit Mitgliedern einer selbsternannten Bürgerwehr an, vertraut auf eine handlesende Zigeunerin und findet sogar eine neue Liebe. Wolf Haas, der erfolgreichste Krimiautor Österreichs, schloss mit Das ewige Leben seine sechsteilige Brenner-Krimiserie ab. Die Adaption des Folgeromans, Das Wetter vor 15 Jahren, war zwei Jahre lang Kult auf der Probebühne des Schauspielhauses. Nun wird die Grazer Autorin Pia Hierzegger den mit lakonischem Witz gespickten letzten Fall des kultigen Detektivs Brenner für die große Bühne des Schauspielhauses adaptieren.
Zu den AutorInnen
Wolf Haas, geb. 1960 in Maria Alm, schrieb von 1996 bis 2009 sechs Kommissar Brenner-Krimis und erhielt dafür drei Mal den Deutschen Krimipreis. Verfilmt wurden bisher Komm, süßer Tod, Silentium! und Der Knochenmann.
Pia Hierzegger, geb. 1972 in Graz, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Ensemblemitglied des TiB, u. a. Autorin von The Sound of Seiersberg, (Koproduktion von TiB und Schauspielhaus Graz) und vernetzt denken (Siegerstück des Augsburger Stücke Wettbewerbs 2007). Als Filmschauspielerin u. a. in Nirgendwo ist heute (Regie Johanna Moder u. a.), Nacktschnecken, Contact High (Regie Michael Glawogger), DerKnochenmann (Regie Wolfgang Murnberger).
Zur Regisseurin
Christine Eder, geb. 1976 in Linz, Regiestudium in Hamburg. Inszenierungen am Thalia Theater Hamburg, Theaterhaus Jena, Volkstheater München. Am Schauspielhaus Graz u. a.: Der Zerrissene von Johann Nestroy, Wie der Soldat das Grammofon repariert von Saša Stanišic und Arsen und Spitzenhäubchen von Joseph Kesselring.
Besetzung:
Regie: Christine Eder
Bühnenbild: Monika Rovan
Kostüme: Annelies Vanlaere
Dramaturgie: Regula Schröter
mit: Franz Solar, Susanne Weber, Sebastian Reiß, Thomas Frank, Andrea Wenzl, Dominik Warta
Musiker: Johannes Rohrer
Premiere: 22. Oktober 2009, 19:30 - 21:30 Uhr
28., 31. Oktober 2009, 19:30 - 21:30 Uhr
4., 5., 10., 20. November 2009, 19:30 - 21:30 Uhr
5., 28. Dezember 2009, 19:30 - 21:30 Uhr
31. Dezember 2009, 17:00 - 19:00 Uhr
31. Dezember 2009, 21:00 - 23:00 Uhr
5., 29. Jänner 2010, 19:30 - 21:30 Uhr
24. Februar 2010, 19:30 - 21:30 Uhr
1., 27. April 2010, 19:30 Uhr
7. Mai 2010, 19:30 Uhr
23. Juni 2010, 19:30 Uhr