Kategorie » Theater/Tanz
WANTED - Fremde Heimat – Heimat in der Fremde
Theater mit Menschen aus Afrika und Europa
Wo und vor allem was ist das in mir, das ich verliebt, verhaßt, sehnsüchtig, traurig, verloren, halb gefunden, vertraut, fremd und so notwendig Heimat nenne? Ist das etwas, womit und ohne das ich nicht leben kann? Das meine innere Zwiespältigkeit und lebenslange Sinnsuche nährt und mir immer wieder neue Standpunkte und veränderte Orte aufzwingt? Kann ich Zuhause sein in meiner Heimat? Können andere Zuhause sein in meiner Heimat?
Ich bin unterwegs und doch immer auf der Schwelle zu meiner Tür, schau aus meinem Fenster ganz weit in die Ferne, liege in meinem Bett und verreise in unbekannte, halb helle, halb dunkle Träume. Ich brauche ein Hier und ein Woanders, ein Bei Mir- und Bei Dir- und ein Woanders-sein . Einen zu gehen sich lohnenden Weg, der mir immer erst während des Unterwegs-Seins halbe, subtile Antworten gibt und fremde Einblicke vor mir ausbreitet und oft in einer Sprache spricht, die ich (noch) nicht kenne. Ich bin manchmal müde, manchmal zu müde zum Gehen. Oft bin ich allein:
Menschen aus Afrika und Europa werden auf einer theatralischen Reise ihre Heimaten verlassen und in neuen ankommen. Wie und aus welchen inneren Sehnsüchten oder Alpträumen sie aufbrechen und unterwegs sind in diese magischen so sehr ersehnten oder nicht bekannten und fremden Gebiete, die gleichzeitig in ihrer Seele und vor ihren Augen liegen, das wird in dieser Geschichte erzählt.
Zum Formalen:
WANTED wird eine Theaterproduktion sein, die mit einer spezifisch entwickelten Bühnensprache arbeiten wird. Alle Akteurinnen und Akteure sind Laiendarsteller, die vordergründig durch ihren Körper Geschichten erzählen. Die Stimme wird als künstlerisches Stilmittel zur Unterstützung der „Körperbilder“ eingesetzt, dient aber nicht zum direkten Transport der Geschichte. Musik ist eines der tragenden Elemente, sie wird entweder aus dem Off oder live von der Bühne kommen. Wie im Film wird sie zur Hervorhebung und Unterstützung von emotionalen Befindlichkeiten eingesetzt. Diese Bühnensprache bezeichne ich als Körpertheater. Künstlerische Ausdrucksformen, die darin ineinander verschmelzen, sind Pantomime, Tanz, Performance, Commedia dell‘arte und übliche Bühnenmittel wie Licht-/Tontechnik Bühnenbild und Kostüme. Die ganze Konzentration wird auf das gelegt, was die Körper für sich und zueinander erzählen. Es gibt aber nie den Moment der realen körperlichen Berührung: er ist bewußt ausgespart, bewußt nicht gezeigt. Der ersehnte Endpunkt passiert außerhalb dieser theatralen Geschichte, außerhalb dieser künstlerisch gestalteten Bühnenräume irgendwo in der sogenannten Realität - oder passiert auch nicht. Der Körper agiert allein, der Körper agiert zu zweit oder in der Gruppe: er ist damit privat aber auch dort, wo er seine eigenen Grenzen überschreitet und mit anderen gemeinsam ist, auch immer gemeinschaflich. Das heißt, daß gesellschaftliche: sagen wir politische, soziale Dimensionen genauso in die Arbeit einfließen wie sehr, sehr intime Momente menschlichen Daseins.
BESETZUNG:
Darstellerinnen und Darsteller:
Ute Krainer
Nwezi Austin
Agba Okeke
Regie-Assistenz: Manuela Fink
Regie: Peter Ulrich
Technische Assistenz: Emanuel D`Angelo
Kostüm: Maxi Pettek
Musik : Peter Knight - "Too late for shadows”
Produktion:BAODO NIL Kunstraum/Veronika Dreier
Termine
Wiederaufnahme: 5. April 2006, 20:00 Uhr
6. - 8. April 2006, 20:00 Uhr
Veranstaltungsort
NIL: Kunstraum + Café
Lazarettgasse 5, 8020 Graz
Tel: +43 (0) 664 3636869
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Interkulturelles Jugend- Kommunikations- und Kulturzentrum
Geöffnet: Montag bis Samstag ab 15:00 Uhr
Sonntag ab 17:00 Uhr