Literaturstipendien
In der ersten Kulturbeiratssitzung am 4. März 2004 wurde über die
Vergabe von Stipendien der Stadt Graz diskutiert und im besonderen
ein Literaturstipendium angeregt.
Noch im selben Jahr wurde diese Anregung aufgenommen und umgesetzt: Die
Stadt Graz vergibt jährlich je nach Budgetlage bis zu zwei Literaturstipendien.
2012 in der Höhe von je € 10.000,--.
Ziel ist die Förderung von Grazer literarischen Talenten bzw.
jener LiteratInnen, die dadurch die Möglichkeit erhalten sollen, sich
intensiv der Fertigstellung eines literarischen Werkes zu widmen. Die
StipendiatInnen erklären sich bereit, innerhalb eines Jahres ihre
literarische Arbeit im Rahmen einer Lesung der Öffentlichkeit zu
präsentieren und dieses Stipendium in ihren Biografien stets anzuführen.
Jury
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Dr. Markus Jaroschka
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Drin Alexandra Millner
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Mag. Paul Pechmann
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Dr. Rüdiger Wischenbart
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Maga Drin Andrea Wolfmayr
Aktuelle StipendiatInnen:
Die StipentiatInnen 2012 sind Frau
Maga Olga Flor und Herr
Christian Winkler.
Jurybegründungen:
Olga Flor hat sich mit ihrem Debütroman Erlkönig (2002) nachhaltig in die erste Reihe der österreichischen Prosa eingeschrieben – mit einer literarischen Stimme, deren Unverwechselbarkeit ihresgleichen sucht. Mit großer Genauigkeit und Sensibilität spürt sie auch in ihren beiden Folgeromanen Talschluss (2005) und Kollateralschaden (2008) die Bruchstellen unserer Gesellschaft auf. Sie blickt unter die Oberfläche des Wohlstands, der Liberalität, der Aufgeklärtheit und in die Abgründe eines durchwegs auf Erfolg und Gewinn ausgerichteten Systems, in dem alle irgendwie funktionieren müssen und jeder sich selbst der nächste ist. Ihre Figuren treibt sie in Situationen, in denen sie sich ihrer problematischen Lebenslagen bewusst werden, doch bricht sie deren Geschichten durch mutige Erzählstrategien auf, erzeugt dadurch Spannung und die Möglichkeit, neu über die conditio humana nachzudenken. Die analytische Schärfe ihres gesellschaftskritischen Blicks ist mit der Exaktheit ihrer Sprache gepaart. Diese konstante Qualität ihrer Literatur und das eingereichte Projekt, in dem sich die Autorin mit den Kommunikationsformen der Neuen Medien und metafiktionalen Überlegungen auseinandersetzt, sind der Hintergrund für die Juryentscheidung.
Christian Winkler hat sich mit seinen dramatischen Arbeiten wie auch mit Prosaskizzen als junger, engagierter Theaterautor und Theatermacher profiliert, der in realistischer Tradition stehend und mit gutem Gespür für Sprache und Wirkung zeitnahe Themen aufgreift und auf die Bühne bringt. Er bewegt sich trittsicher in unterschiedlichen Stimmlagen und weiß auch – was gerade am Theater von zentraler Bedeutung ist – um die handwerklichen Voraussetzungen, um seine Stoffe an sein Publikum zu vermitteln. Nach dem Erproben seiner Mittel und sich einstellenden Anfangserfolgen geht es nun darum, dass Winkler Kraft und Konzentration auf einen komplexeren Werkzusammenhang richten kann. Das vorgeschlagene Projekt „Interviews mit Temponauten“ erscheint dazu sehr gut geeignet zu sein, weshalb die Jury empfiehlt, Christian Winkler mit dem Literaturstipendium der Stadt Graz auszuzeichnen.
Bisherige StipendiatInnen:
2011:
Maga Angelika Reitzer, Dr. Max Höfler
2010: Natascha Gangl,
Lilly Jäckl
2009:
Gabriel Loidolt,
Mike Markart,
Martin G. Wanko
2008:
Georg Petz,
Günter Eichberger
2007: Gabriele Kögel,
Andrea Stift,
2006:
Wilhelm Hengstler, Bernhard Tockner
2005:
Sonja Harter,
Maga Angelika Reitzer
2004:
Maga Olga Flor,
Gerhild Steinbuch
Vergabekriterien
"Vergabekriterien für das Literaturstipendium"
KONTAKT:
Brigitte Soltys
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel: +43/316/872/4924
Fax: +43/316/872/4909
e-mail:
brigitte.soltys@stadt.graz.at
ABTEILUNGSVORSTAND
Dr. Peter Grabensberger
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel.: +43/316/872-4900
Fax: +43/316/872-4909
e-mail:
peter.grabensberger@stadt.graz.at