»Castor et Pollux«

Jean-Philippe Rameau

Liebe, Eifersucht, Schuld und Opferbereitschaft: Mit Jean-Philippe Rameaus Meisterwerk bringt die Oper Graz eine der bedeutendsten französischen Barockopern auf die Bühne. Im Zentrum stehen vier Menschen, die durch die Hölle ihrer eigenen Gefühle gehen und eine Geschichte, die mit großer emotionaler Wucht bis in die Unterwelt führt. Regisseurin und Choreographin Nanine Linning lässt Tanz und Musiktheater eindrucksvoll ineinanderfließen, während Alte-Musik-Spezialist Bernhard Forck Rameaus revolutionäre Klangsprache zum Leuchten bringt.

Premiere Sa 11.4., 19:30 Uhr (bis Do 25.6.)

Foto: kk
Castor et Pollux
Vier Menschen, die durch die Hölle ihrer eigenen Gefühle gehen, sind das Zentrum von Jean-Philippe Rameaus Meisterwerk Castor et Pollux.
Choreographin und Regisseurin Nanine Linning, dem Grazer Publikum bereits als Regisseurin des Giulietta-Akts von Hoffmanns Erzählungen in der Spielzeit 2023/24 bekannt, lässt die der französischen Barockoper immanenten Elemente Tanz und Musiktheater erneut ineinanderfließen. Als künstlerischer Partner auf der Reise in die menschlichen Abgründe steht ihr mit Bernhard Forck ein Spezialist für Alte Musik zur Seite.

Télaïre ist Pollux versprochen, liebt aber genau wie Phébé Pollux’ Bruder Castor. Pollux wiederum liebt Télaïre ... – Der Ausgangskonflikt von Rameaus dritter Oper ist schlicht unlösbar. Zwar gibt Pollux Télaïre für den geliebten Bruder frei, dieser fällt aber kurz darauf in einem Kampf, den die eifersüchtige Phébé provoziert hat. Damit Castor und Télaïre dennoch vereint sein können, fasst Pollux den Entschluss, seinen Bruder aus der Unterwelt zurückzuholen.
Dafür aber muss er ein großes Opfer bringen und selbst in der Unterwelt verbleiben. Und Phébés Liebe zu Castor brennt nach wie vor …

Der Gang in die Unterwelt, um einen geliebten Menschen wieder ins Diesseits zurückzuholen, ist ein berühmter Topos der Weltliteratur. Wie schon in einer der ersten Opern der Musikgeschichte, Monteverdis L’Orfeo, nutzt auch Rameau diesen Topos, um ein inneres Seelengemälde seiner vier Protagonist:innen zu zeichnen. Dabei setzt er auf eine ausgefeilte und unkonventionelle Harmonik und den Einsatz differenzierter Klangfarben, womit er die französische Oper nach Lully geradezu revolutionierte. Nach der Uraufführung 1737 unterzog der Komponist die Tragédie mise en musique einer tiefgreifenden, die Handlung straffenden Überarbeitung, die in ihrer 2. Fassung 1754 einen bahnbrechenden Erfolg feiern sollte – und sicherlich nicht zuletzt dazu beitrug, dass Camille Saint-Saëns über 100 Jahre später urteilte: »Der unsterbliche Rameau ist das größte musikalische Genie, das Frankreich je hervorgebracht hat.«


Termine
Premiere 11. April 2026, 19:30 Uhr
16., 19., 22., 25., 29.. April 2026, 19:30 Uhr
29. Mai 2026, 19:30 Uhr
7., 25. Juni 2026, 19:30 Uhr

Weitere Informationen
Tragédie mise en musique in fünf Akten (2. Fassung: 1754)

Libretto von Pierre-Joseph Bernard (genannt Gentil-Bernard)

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Altersempfehlung: +14

Besetzung
Musikalische Leitung: Bernhard Forck
Inszenierung: Nanine Linning
Bühne: Van Veen & Mus
Kostüme: Irina Shaposhnikova
Licht: Sebastian Alphons
Video: Van Veen & Mus / Jip Mus
Video Spezialeffekte: Alfred Martinez
Dramaturgie: Christin Hagemann
Chor: Johannes Köhler
Castor: Sébastian Monti
Pollux: Nikita Ivasechko
Télaïre: Sieglinde Feldhofer
Phébé: Sofia Vinnik
Jupiter | Une voix: Daeho Kim
Mercure | Athlète | Une autre voix: Franz Gürtelschmied
Grand Prêtre: Will Frost
Un Spartiate: Marlin Miller
Une Suivante d'Hébé: Ekaterina Solunya
Une Ombre heureuse: Jianwei Liu
2 Tänzerinnen: Laura Sophie Heise / Ann-Kathrin Adam
2 Tänzer: Alex Vazquez Gala / Filippo Cosso

Grazer Philharmoniker, Chor der Oper Graz, Statisterie der Oper Graz


Opernhaus
Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz
oper-graz.buehnen-graz.com
+43 (0) 316 80 08 0
oper@oper-graz.com
Haltestelle Kaiser-Josef-Platz/Oper: Straßenbahnlinien 1, 7; Buslinien 30, 31, 39
Öffentliche Parkplätze sowie Tiefgaragen in der Umgebung


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