Oswald Wieners

Überlegungen zum Spannungsfeld von Dandysme, Paranoia und KI, als frühe Ahnung der gegenwärtigen Probleme der großen Sprachmodelle mit Autophagie, Halluzinationen und dem Habsburg-Effekt

Do 27.8., 18:00 Uhr

Foto: Valerie Knoll
Hans-Christian Dany
Oswald Wiener ist nicht leicht zu haben. Seine Texte verweigern den Konsum. In ihrer Sperrigkeit formen sie Kippfiguren, die wechselnde Deutungen erlauben. So lässt sich der ​“bio-adapter” am Ende von die verbesserung von mitteleuropa, Roman als verführerischer Helm lesen, der das Bewusstsein der Träger:innen durch personalisierte Lust-Erlebnisse in Phasen weich kocht, um es am Ende in sich aufzusaugen. Manipulativer Vampirismus als paranoid erotische Deutung der Beziehung zu einer Maschine, die den Menschen in seiner Selbststeuerung verzehren würde, wirkte immer wieder angemessen für die Dynamiken der Entfremdung. Die gegenwärtigen Probleme der Künstlichen Intelligenz mit der Model Autophagy Disorder (MAD), wie dem sogenannten Habsburg-Effekt, schieben den Blick nun wieder stärker auf den Prozess einer Erschöpfung, der sich im bio-adapter vollzieht. Die Wünsche schließen sich unter dem Helm so lange selbstbezüglich kurz, bis sie in der Hitze ihrer Inzucht den Wärmetod sterben.

Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Hans-Christian Dany
*1966, Hamburg, lebt in Hamburg

studierte Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seit 1989 veröffentlicht er Artikel in Büchern, Katalogen und internationalen Zeitschriften wie Spuren, Die Beute, Springerin und Star Ship.

Publizierte Bücher: Speed. Eine Gesellschaft auf Droge (2008), Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft (2013) oder Schuld war mein Hobby. Bilanz einer Familie (2024). Gemeinsam mit Valérie Knoll kuratierte er die Ausstellungen No Dandy, No Fun. Gutaussehend in den Untergang (Kunsthalle Bern, 2020 / Briefing Room, Brüssel, 2024) und Udo is Love. Eine Reise in das unfassbare Leben des Udo Kier (Kölnischer Kunstverein, 2024). Er beschäftigt sich gegenwärtig mit der Beziehung von generativen Sprachmodellen, Schreiben und Schizophrenie.


Termine
27. August 2026, 18:00 Uhr


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