GEERDETE ILLUSIONEN

Eröffnung Sa 12.9., 15:30 Uhr (bis Do 31.12.)

Info: kunstGarten.at
Foto: kk
Sujet der Veranstaltung
Josef Fürpaß A, Christine Johanna Ulm A, kuratiert von Irmi Horn.
Begrüßung: Vizebürgermeisterin Mag.a Judith Schwentner,
Einführung: Kunsthistorikerin Elisabeth Zuparic, MA

Josef Fürpaß und Christine Ulm gestalten mittels unterschiedlicher Zugänge Bezüge zu Wesentlichem in unserem Leben: Erfahrung, Freude, Erkenntnis, Endlichkeit.

Überlegungen der Kuratorin:
Drei steirische Künstlerinnen, Josef Fürpaß, Monika Schönbacher-Frischenschlager und Christine Ulm gestalten mittels unterschiedlicher Zugänge Bezüge zu Wesentlichem in unserem Leben: Erfahrung, Freude, Erkenntnis, Endlichkeit, aber auch Hoffnung und Zuversicht.

Christine Johanna Ulm hat ihre Arbeiten speziell für kunstGarten entwickelt und wird die Ausstellung mit einer Performance eröffnen.

Das Zusammenleben so diverser menschlicher Weltvorstellungen, die sich teilweise unschuldig darstellen auf Grund ihres erkenntnistheoretischen Unwissens entstanden, andererseits teilweise aggressiv dagegen halten, hat uns in eine explosive Sphäre gebracht; trotz vieler Erkenntnisse, wird der Weltzerstörung nicht Einhalt geboten.

Also geht es um brisante Empathie, Achtung und Einsatz: gegen Egozentrismus, der persönliche Wichtigkeit und Individualität als oberstes Prinzip hat und nicht die Möglichkeit erachtet, dieses Einzigartige in den Dienst der Menschlichkeit im Sinn der Menschenrechte zu stellen.

Im Aufwachsen haben viele die Möglichkeit Erkenntnis zu sammeln, Freude zu erleben, sich zu ertüchtigen, Verbindungen herzustellen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, Lebensraum zu gestalten.
Die Erfahrung wird wohl in die Richtung gehen, zusammen mit der Erkenntnis, dass wir in gegenseitigen Abhängigkeiten leben, und um diese freudvoll gestalten zu können bedarf es der Akzeptanz, des Respekts und des Nutzens unserer Lebenszeit in Achtsamkeit. So haben wir die Möglichkeit, der Welt in Liebe gegenüberzutreten.

Die Medien, die der Menschheit zur Seite stehen, sind Natur, Kunst, Wissenschaft.
Die Ausstellung geht bis zum 7. März 2027.


Termine
Eröffnung 12. September 2026, 15:30 Uhr
13. - 30. September 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 31. Oktober 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 30. November 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 31. Dezember 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 31. Jänner 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 28. Februar 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 7. März 2026, Beginnzeit nicht bekannt

Weitere Informationen
Überlegungen von Josef Fürpaß zu GEERDETE ILLUSIONEN:

1. Psychologie & Spiritualität: Akzeptanz der Realität
In der Psychologie und modernen Achtsamkeitslehre beschreibt „geerdet sein“ einen Zustand der Stabilität und des Realitätsbezugs. „Geerdete Illusionen“ können hier Folgendes bedeuten:
Spirituelle Akzeptanz: Ein Glaube an Dinge, die über das Greifbare hinausgehen, aber dennoch eine geerdete spirituelle Akzeptanz schaffen, die im Alltag hilft.

Wahrnehmungskorrektur: Während Illusionen oft Fehlinterpretationen von Reizen sind, hilft „Erdung“ dabei, diese Täuschungen (wie etwa durch Angst induzierte Projektionen) zu erkennen und zur menschlichen Realität zurückzukehren.

2. Kunst & Kultur: Greifbare Täuschung
In der Kunstwelt wird der Begriff genutzt, um Werke zu beschreiben, die fantastische Elemente so darstellen, dass sie plausibel und „echt“ wirken:
Theater & Ballett: Inszenierungen werden oft als „geerdet“ bezeichnet, wenn sie trotz eines fantastischen oder abstrakten Rahmens (z. B. Shakespeares Geisterwelt oder Schwanensee) menschlich greifbar und plausibel bleiben.

Fürpaß zeigt Arbeiten aus einigen Werkzyklen, darunter auch speziell für kunstGarten zwei neue Schablonaden und gibt Einblick in sein vielfältiges Schaffen.

Die in Graz geborene freischaffende Künstlerin Monika Schönbacher-Frischenschlager lebt und arbeitet heute in Gedersberg bei Graz. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Pädagogin mit dem Schwerpunkt Bildnerische Erziehung und gab ihr Wissen lange Zeit in der Lehrerfortbildung weiter. Seit 1991 widmete sie sich gänzlich der Kunst. Sie arbeitet interdisziplinär, neben großflächigen expressiven Malereien, sind Druck, Zeichnung, Aquarell, Buch und Film ihre Medien, auch Installationen und Projekte im öffentlichen Raum. In ihren künstlerischen Zyklen setzt sie sich intensiv mit gesellschaftspolitischen, humanistischen und ökologischen Themen auseinander. Sie thematisiert die Natur in all ihren Facetten sowie dringliche Probleme wie die Zerstörung von Lebensräumen.

Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Monika Schönbacher-Frischenschlager zeigt ein Video aus 2026, in dem sie natürliche Erscheinungsformen artifiziell in eine Bilderabfolge einreiht, die einerseits die Abhängigkeit aller Lebewesen und Dinge von den umgebenden atmosphärischen Bedingungen und der Handhabung durch die Menschheit zeigt, andererseits auf die Wertschätzung dieser Lebewesen auch als Inspiration hinweist: Artefakte aus Natur und Kunst.

Christine Johanna Ulm, 1957 geboren in Mürzzuschlag, Steiermark lebt in Wien und Spanien.
1986 - 93 Studien der Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und an der Facultad de Bellas Artes in Barcelona.

Sie präsentiert ein"Insekten-Begräbnis"(Arbeitstitel), eine Zikkurat.
In künstlerisch ästhetischer Weise bildet sie die Wertigkeit für eine "gesunde" Welt über die Vielfalt von Insekten ab, deren wir über Achtlosigkeit, Ignoranz und Habgier verlustig gehen.

"Abgesehen von dem Bereich, der vor allem die heimische Klimazone im Blickwinkel hat, manifestieren sich in der ausgestellten künstlerischen Zikkurat auch Sammelobjekte, die ich bei ausgedehnten Aufenthalten in Spanien, sowohl in mediterranen als auch subtropischen Zonen entdecken konnte.

Ich freue mich, wenn es gelingt, dem/der Einen oder Anderen Lust zu machen auf ein genaues Hinschauen auf das viele Erstaunliche, von dem wir umgeben sind, auf das Experimentieren mit Formen und Geschmäckern und – nicht zuletzt – das Bewusstsein zu fördern, dass für diese
Wunderwelt Sorge zu tragen ist.

Der Faden dieser Thematik, die mich von Jugend an beschäftigt, führt von meinem Lehrer
Prof. Helmuth Schweiger (1914 – 1972) über Gärten in verschiedenen Klimazonen, die ich nutzen durfte hin zu künstlerischen Objekten und Arrangements, in denen sich das Interesse von Zeit zu Zeit verdichtet hat.“

„Monument für kleine Tiere“
Meine spezielle Affinität zur Beobachtung der mich umgebenden (besonders auch der unscheinbaren) Natur, lässt mich in der angekündigten Präsentation zum wiederholten Male die Insekten (genauer die Arthropoden/Gliederfüßer) fokussieren.

Im Grazer kunstGarten folge ich nun dem Bedürfnis, einen Teil meiner im Rahmen künstlerischer Präsentationen gesammelten Exemplare der Erde zu übergeben.
Als würdige Hülle dafür wird eine Zikkurat aus ungebranntem Ton dienen, die letztlich auch zu Erde zerfallen wird.

Gekrönt wird dieses „Modell eines vorchristlichen Tempelbaus“ von einer kleinen Skulptur aus Basalt, die eine Koschenille-Laus darstellt. Ein sogenanntes „Nutzinsekt der Farbgewinnung“, das ich auf den Kanarischen Inseln vorgefunden und in der Folge jahrelang immer wieder für künstlerische Arbeiten genutzt habe. Dafür mussten die Läuse allerdings ihr Leben lassen. Die Skulptur möge als kleine Gabe des Ausgleichs wirken….

Ich freue mich, dieses Denkmal nun umsetzen zu können und es hier im kunstGarten in den Naturkreislauf zurückzuführen.

Es kommt also zu einer „Erdung“ im direkten Wortsinn, mit der ich eine reale „Illusion“(*) ausdrücke, einen Beitrag zu leisten dafür, dass das Staunen über die unscheinbaren Wesen um uns herum sich verbreitet und ihrem Wohlergehen zugutekommt.
(*im Spanischen bedeutet ilusión : Freude)
Abgesehen von der Zikkurat sind in 2 Guckkästen je 5 Leuchtbilder von Koschenilleläusen und Zitterspinnen zu betrachten.

Christine Johanna Ulm
2026


kunstGarten
Payer-Weyprecht-Str. 27, 8020 Graz
www.kunstGarten.at
+43(0)316 262787
kunstgarten@mur.at
Haltestelle Payer-Weyprecht-Straße: Buslinie 39
Haltestelle Puchstraße: Straßenbahnlinie 5


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