Come together mit dem neuen Stadtschreiber Zoltán Danyi

Radikal und einfühlsam, verstörend und soghaft: mit diesen sich auf den ersten Blick widersprechenden Beschreibungen lässt sich die Literatur des Schriftstellers Zoltán Danyi charakterisieren. Bereits mit seinem Debütroman Der Kadaverräumer (2015), der in deutscher Übersetzung 2018 im Suhrkamp-Verlag erschien, gelang es ihm eindrücklich, die jüngere europäische Geschichte mit individuellen Biographien zu verbinden. Der 1972 in Senta geborene Autor übersetzt in dem Buch die Traumata des Jugoslawien-Krieges in eine beinahe fieberhafte, stark rhythmische Prosa, die den persönlichen psychosozialen Folgen des Balkan-Konflikts nachgeht. Auch in seinem darauffolgenden Buch Rosenroman (2023) geht Danyi, selbst Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien, der Frage nach, wie sich angesichts einer gewalterfüllten Vergangenheit eine lebbare Gegenwart finden lässt, wie umzugehen ist mit Verwundungen, die sich fortwährend in Erinnerung rufen. Gespannt sein darf man auf das Projekt, an dem er in seiner Zeit als Grazer Stadtschreiber arbeiten wird. Nachspüren will er darin den Gründen, die Menschen dazu bewegen, an Orten auszuharren, die sich zunehmend fremd anfühlen, in einer „Heimat“, die sich dem Selbst gegenüber feindselig, ausschließend und bedrohlich verhält. (Aus der Begründung der Jury)
→ Eintritt frei!
In Kooperation mit der Stadt Graz Kultur
Literaturhaus
Elisabethstraße 30, 8010 Graz
www.literaturhaus-graz.at
+43 (316) 380-8360
literaturhaus@uni-graz.at
Haltestelle Merangasse: Straßenbahnlinien 1,7; Buslinien 63,64,64E
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