Esther Strauß, Oma war kein Nazi

Sujet der Veranstaltung
Mit Mitte 20 fragt die Künstlerin Esther Strauß ihre Großmutter, ob sie NSDAP- Mitglied gewesen sei. Die Großmutter, die zwei Jahre lang als Schreibkraft im Büro von HJ-Gebietsführer Otto Weber gearbeitet hat, verneint. Nach ihrem Tod findet Strauß ihre NSDAP- Mitgliederkarteikarte im Bundesarchiv Berlin. In der Ausstellung Oma war kein Nazi fragt die Künstlerin am Beispiel ihrer Großmutter nach der Rolle von Frauen als Täterinnen, Profiteurinnen und Zusehenden, aber auch nach der Rolle der Nachkommen.

Welche Performativität haben Lügen? Was bedeutet es, in ihnen aufzuwachsen? Welchen Einfluss hat es auf die politische Gegenwart, sich mit ihnenwenn wir uns mit ihnen konfrontieren? Strauß’ Auseinandersetzung mit ihrer Familie trifft in der Leechgasse 24 auf ein weiteres Stück verschütteter NS-Geschichte. Eigens für die Ausstellung initiierte Recherchen des Ludwig Boltzmann Instituts haben gezeigt, dass das Gebäude der Sitz der bisher kaum beforschten erforschten Grazer NS-Frauenschaft gewesen ist.

Zu sehen bis FR 6. NOV

In Rahmen von steirischer herbst 26 / Partnerprogramm


Termine
Eröffnung 22. September 2026, 19:00 Uhr
23. - 30. September 2026, Beginnzeit nicht bekannt
1. - 6. November 2026, Beginnzeit nicht bekannt

Weitere Informationen
Oma war kein Nazi, Podiumsgespräch (DO 29. OKT 19:00 Uhr, QL-Galerie Leechgasse 24)

Seit achtzig Jahren ist die „Leechburg“ im Grazer Universitätsviertel ein Studierendenheim und das Zentrum der Katholischen Hochschulgemeinde mit Mensa, Galerie und Veranstaltungsräumen. Davor war es Sitz der NS-Frauenschaft. In der „Katholischen Mensa“ tauchten immer wieder Teller mit Hakenkreuz-Emblem auf, thematisiert wurde die Vorgeschichte des Hauses kaum.

Jasmin Haselsteiner-Scharner (Schaumbad Graz) spricht mit der Künstlerin Esther Strauß, Mathias Egger, Barbara Stelzl-Marx (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung) und Hochschulseelsorger Alois Kölbl über die Auseinandersetzung mit Täter:innengeschichte, und was Kunst zur Aufarbeitung persönlicher und institutioneller Vergangenheitsbewältigung beitragen kann.


Quartier Leech (Katholische Hochschulgemeinde Graz)
Leechgasse 22 - 24, 8010 Graz
khg-graz.at
+43 (316) 32 26 28 - 15
khg@khg-graz.at


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